Wenn im Wald Flammen lodern, ist die Zeit ein wesentlicher Faktor um den Brand eindämmen zu können.
Bei den schweren Waldbränden im Hürtgenwald in der Eifel und auch im Sauerland in Sichtweite des Möhnesees sind deshalb nicht nur Feuerwehren und Rettungskräfte gefordert. Auch Forstwirte, Forstwirtinnen und Forstbedienstete von Wald und Holz NRW und aus dem Nationalpark Eifel bringen ihre besonderen Kenntnisse über das Gelände, die Waldbestände und die Möglichkeiten der technischen Unterstützung in den Einsatz ein.

Der Waldbrand im Hürtgenwald hat Mitte August 2026 eine Ausdehnung von bisher unbekannten Ausmaßen erreicht. Der bisher größte Waldbrand in der Geschichte von Nordrhein-Westfalen stellte alle Beteiligten vor eine besondere Herausforderung. Zeitweise waren bis zu 1.800 Einsatzkräfte im Einsatz, mehrere hundert Hektar Privat- und Staatswald waren betroffen. Die Löscharbeiten wurden und werden durch das teilweise unwegsame Gelände und alte Munition aus der Ardennenschlacht im II Weltkrieg zusätzlich erschwert. Zum Teil war aus Gefährdungsgründen nur der Einsatz der Löschhubschrauber möglich.
Der große Vorteil der beteiligten Forstleute, sie haben zum Teil Ortskenntnis und kennen vor allem den Wald und die Arbeit im Wald.
Für die Feuerwehren ist die Unterstützung durch Forstfachleute von großer Bedeutung. Forstwirte, Forstwirtinnen und Revierleitungen kennen Wege, Rückegassen, Waldstrukturen und Geländeverhältnisse häufig aus jahrelanger praktischer Arbeit. Dieses Wissen kann bei der Planung von Zufahrten, dem Anlegen von Schneisen und der Auswahl geeigneter Einsatzwege entscheidend sein.
Die Kolleginnen und Kollegen übernehmen dabei nicht die Aufgaben der Feuerwehr, die Einsatzleitung liegt bei derartigen Einsätzen immer bei den zuständigen Feuerwehren. Die Mitarbeitenden von Wald und Holz NRW und aus dem Nationalpark Eifel unterstützen jedoch die Einsatzkräfte mit ihrer forstlichen Fachkenntnis und können beispielsweise den Einsatz geeigneter Forstmaschinen organisieren oder fachlich begleiten.
Bei einem Waldbrand zeigt sich, wie wichtig das Zusammenspiel zwischen den einzelnen Akteuren ist. Während Feuerwehrleute die Brandbekämpfung und Gefahrenabwehr übernehmen, können Forstleute beurteilen, wie sich das Feuer im Bestand ausbreiten könnte, welche Wege befahrbar sind und wo Maschinen sinnvoll eingesetzt werden können.
Das Land NRW hat mit dem Landesbetrieb Wald und Holz NRW eine flächendeckende Organisation die in der Zusammenarbeit mit den Feuerwehren über ganz NRW verteilt ist. Der Einsatz von landeseigenen Forstmaschinen wie Firefighter, Harvester, Rückezüge, Forstspezialschlepper oder auch Mulcher für die Bodenverwundung können dabei helfen die Brandbekämpfung zu unterstützen.
Und wenn es gar nicht mehr mit Maschinen weitergeht dann wird manuell gearbeitet.
Gerade beim Einsatz mit der Motorsäge, unter dem Einfluss von Hitze, Rauch und Staub ist die körperliche Belastung um ein vielfaches größer als im forstlichen Alltag. Dazu kommt die psychische Herausforderung wenn das Feuer und der Rauch in unmittelbarer Nähe wütet. Auf eine solche Situation sind die wenigsten Kolleginnen und Kollegen in ihrer bisherigen forstlichen Tätigkeit vorbereitet worden, geschweige denn wurde dies im Zuge der forstlichen Ausbildung erlernt. Um so mehr ist es eine unbedingte Erfordernis, das die Ausbildung zum Forstwirt/zur Forstwirtin nicht aufgeweicht wird und wir den bisherigen Ausbildungsstandard halten. Diese Arbeiten sind nur etwas für Profis.

Dazu zählen auch die Fahrer/Fahrerinnen auf den Firefightern, auch hier sind Kolleginnen und Kollegen aus dem Landesbetrieb im Einsatz. Auch für sie gilt, die professionelle Ausbildung ist ein wichtiger Faktor für den Erfolg der Einsätze und der Sicherheit aller Beteiligten. Das die meisten Beteiligten nebenher auch noch in der freiwilligen Feuerwehr tätig sind vervollständigt diese Professionalität.
Die Firefighter sind durch Wald und Holz NRW neu eingeführte Spezialmaschinen für die Brandbekämpfung in schwierigen Gelände und stellen eine sinnvolle Ergänzung der Waldbrandbekämpfung dar.
Das Erstellen von Schneisen und Riegelstellungen sind ein wichtiges Instrument um dem Feuer die Nahrung zu nehmen und die Ausbreitung zu verhindern. Dabei wird alles brennbare Material auf diesen Flächen entfernt und befeuchtet.
Bei den Bränden im Sauerland und in der Eifel kamen und kommen aktuell auch die neu beschafften Spezialfahrzeuge zum Einsatz
Die 2 Fire Fighter des Landesbetriebes sind aktuell in der Eifel und im Sauerland stationiert. Der Firefighter basiert auf der Basis eines Rückezuges und ist damit maximal geländegängig.
Der umgebaute Forwarder (Rückezug) verfügt über einen Tank mit 10.000 Litern Löschwasser. Die aus der Maschinenkabine steuerbare drehbare Wasserkanone ermöglicht auch aus größerer Entfernung den Einsatz von Löschwasser in Waldbeständen. Die Feuerbekämpfung kann dadurch bis zu einer Entfernung von 50 Metern erfolgen.

Die Häufung der Waldbrände, als Folge der Dürre zeigt wie wichtig es ist das sich das Land Nordrhein-Westfalen zunehmend auf diese ernsthaften Herausforderungen vorbereitet. Insbesondere die noch immer nadelholzlastigen Mittelgebirgsregionen wie Eifel, Sauerland und Bergisches Land gelten als gefährdet. Die in immer kürzeren Abständen vorkommenden Trockenperioden, die geschädigten Waldbestände und große Mengen an ausgetrockneter Vegetation begünstigen wiederkehrende Waldbrände.
Vor dem Hintergrund der aktuell bei Wald und Holz laufenden Organisationsüberprüfung fordert die IGBAU, dass diese Herausforderungen und Aufgaben einer Katastrophenvorsorge durch die Forstkolleginnen und Forstkollegen berücksichtigt werden. Wir werden dies als Forstgewerkschaft im Zuge der noch kommenden Umsetzung des Gutachtens auf jeden Fall zum Thema machen.


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