Vom 14.09. bis 17.09.2026 haben sich insgesamt 32 Personalratsmitglieder aus dem Forstbereich
stellvertretend für rund 23.000 Beschäftigte unter dem Arbeitstitel „Forstwirtschaft im Wandel –
Wohin entwickelt sich die Forstwirtschaft und was bedeutet das für die Beschäftigten?“ in Rotenburg
an der Fulda zusammengefunden.
Aufbauend auf der Freudenstädter Erklärung 2024 und der Dresdner Erklärung 2025 bekräftigen wir:
Der Erhalt, der Auf- und Umbau klimastabiler Wälder sowie die Sicherung der Daseinsvorsorge sind
gesamtgesellschaftliche Herausforderungen. Dafür braucht es ausreichend eigenes qualifiziertes
Fachpersonal, eine verlässliche Finanzierung und eine Anpassung der tarifvertraglichen Vergütung.
Die öffentliche Forstwirtschaft befindet sich weiterhin in einem tiefgreifenden Veränderungsprozess.
Klimawandel (u.a. Extremsommer mit Waldbränden), Fachkräftemangel, Generationenwechsel und
strukturelle Anpassungen prägen die Entwicklung. Gleichzeitig verändern sich Aufgaben und
Berufsbilder aller Beschäftigtengruppen durch Digitalisierung, Einsatz von KI, klimabedingten
Waldschäden (Totholz, Trockenschäden, Sturz- und Stolpergefahren, UV-Strahlung), neue technische
Anforderungen und veränderte Organisationsstrukturen erheblich.
Der Schwerpunkt der Waldarbeit verschiebt sich zunehmend von der klassischen Holzernte hin zu den
Aufgaben des Waldumbaus, der Entwicklung klimastabiler Mischwälder sowie zu anspruchsvollen und
sicherheitskritischen Spezialarbeiten.
Für diese zunehmenden Herausforderungen wird in vielen Bereichen vermehrt auf externe
Unternehmer zurückgegriffen, da sie mit dem eigenen Fachpersonal nicht mehr bewältigt werden
können. Der notwendige organisatorische Wandel darf jedoch nicht zu einem weiteren Verlust eigener
Fachkompetenz führen. Insbesondere die öffentlichen Forstbetriebe müssen auch künftig in der Lage
sein, ihre Aufgaben mit ausreichend eigenem, qualifiziertem Fachpersonal zuverlässig und dauerhaft
zu erfüllen.
Die teilnehmenden Personalratsmitglieder fordern deshalb:
➢ Personalbemessung muss sich an den tatsächlich zu erfüllenden Aufgaben und nicht an
Einsparzielen orientieren – der Stellenabbau muss sofort gestoppt werden.
➢ Erhalt und Stärkung von eigenem qualifiziertem Fachpersonal in allen Beschäftigtengruppen,
um den Wissenstransfer in den eigenen Betrieben nachhaltig zu sichern.
➢ Ausreichende Ausbildungs- und Einstellungskapazitäten, um den Generationenwechsel zu
bewältigen, den Aufgaben des klimagerechten Waldumbaus sowie der Entwicklung
klimastabiler Mischwälder gerecht zu werden.
➢ Berufsbilder und Ausbildungsverordnungen, Entgeltstrukturen und Vergütung müssen den
veränderten Aufgaben und gestiegenen Anforderungen Rechnung tragen.
➢ Qualifizierungs-, Entwicklungs- und Aufstiegsmöglichkeiten müssen für alle
Beschäftigtengruppen verbessert werden.
Rotenburg an der Fulda, 17.09.2026
Die teilnehmenden Personalratsmitglieder:
– BaySF – GPR – ForstBW – GPR
– HessenForst – GPR – HMLU – HPR
– Landesforsten Rheinland-Pfalz – BPR / HPR – ThüringenForst – GPR
– Sachsenforst – GPR – SMUL – HPR
– Niedersächsische Landesforsten – GPR – Landesbetrieb Forst Brandenburg – PR
– Landesforstanstalt MV – GPR – Landesbetrieb Wald und Holz NRW – PR
– Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt – GPR – Schleswig-Holsteinische Landesforsten – PR
– SaarForst Landesbetrieb – PR
Text und Veranstaltung durch den
Verein zur Förderung der Land- und Forstarbeiter e.V.Ludwig-Erhard-Str.8, 34131 Kassel, 0561/935 410 , 0561 / 935 4141 www.vlf-kassel.de, E-Mail: info@vlf-kassel.de